Interview mit Doris G. Lepper: Je € 500,00 für Herzenswünsche!

Der BÜRGERDIENST e.V. übergibt Landrat Thiel den Spendenscheck in Höhe von 150.000 Euro für die Erfüllung von Herzenswünschen älterer, hilfsbedürftiger Menschen im Vulkaneifelkreis (v.l.n.r. Doris G. Lepper, 1.Vorsitzende des BÜRGERDIENST e.V., Landrat Heinz-Peter Thiel, Erwin Borsch, 4. Vorsitzender des BÜRGERDIENST e.V., sowie Andrea Rätz-Schröder, 2. Vorsitzende des BÜRGERDIENST e.V.)Der BÜRGERDIENST e.V. übergibt Landrat Thiel den Spendenscheck in Höhe von 150.000 Euro für die Erfüllung von Herzenswünschen älterer, hilfsbedürftiger Menschen im Vulkaneifelkreis (v.l.n.r. Doris G. Lepper, 1.Vorsitzende des BÜRGERDIENST e.V., Landrat Heinz-Peter Thiel, Erwin Borsch, 4. Vorsitzender des BÜRGERDIENST e.V., sowie Andrea Rätz-Schröder, 2. Vorsitzende des BÜRGERDIENST e.V.)

(Quelle: Eifel-Zeitung): In der Wochenausgabe 35. KW berichtete die Eifel-Zeitung über eine nicht alltägliche Spende des BÜRGERDIENST e.V. Dieser gemeinnützige Verein mit Sitz in Mürlenbach hat eine zweckgebundene Spende über rund 150.000,- Euro geleistet. Wie es dazu kam und welchen Zweck der Bürgerdienst e.V. damit verfolgt, wollte die Eifel-Zeitung aus erster Hand wissen und sprach mit der 1. Vorsitzenden Doris G. Lepper. 

EAZ: Frau Lepper, der Bürgerdienst e.V., dessen 1. Vorsitzende Sie sind, sorgt seit geraumer Zeit mit finanzieller Unterstützung unterschiedlichster Projekte im Landkreis Vulkaneifel und weit darüber hinaus für immer mehr Aufmerksamkeit. Erzählen Sie uns, wie es dazu kam?

Doris G. Lepper, 1. Vorsitzende des Bürgerdienst e.V.

Doris G. Lepper, 1. Vorsitzende des Bürgerdienst e.V.

Doris G. Lepper: Unser gemeinnütziger Verein wurde vor fast acht Jahren gegründet. Wir verstehen uns als unbürokratischer, finanzieller Förderer und Unterstützer.

Wir möchten gerne Bürgerinnen und Bürger, vor allem im Landkreis Vulkaneifel, bei den verschiedensten Aktivitäten in den Vereinen, Schulen, Kindergärten, bei Veranstaltungen etc. helfen.

Meist sind in der Regel ehrenamtliche Helfer, wie auch wir im Bürgerdienst e.V., bemüht, finanzielle Mittel aufzutreiben, um diese Arbeit zu ermöglichen. Wir helfen hier auf vielen Gebieten, ob es um Bildung, Sport, Wissenschaft, Kultur, Erziehung, Naturschutz oder ähnliche Themen geht. Auf unserer Homepage kann man sich darüber informieren.

EAZ: Der Bürgerdienst e.V. macht eine vorbildliche Pressearbeit. Selbstverständlich berichtet die Eifel-Zeitung regelmäßig über die vielen kleinen und größeren Projekte, wo ihr Verein Unterstützung leistet. Woher nehmen sie diese finanziellen Mittel?

Doris G. Lepper: Dank der Unterstützung unserer Mitglieder und großzügiger Spender ist es uns möglich, da zu helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Wenn zur Verwirklichung einer Projektidee noch ein Betrag fehlt oder eine Anschaffung von Geräten notwendig ist, helfen wir gerne.

EAZ: Vergangene Woche war in unserer Zeitung zu lesen, dass der Bürgerdienst e.V. eine zweckgebundene Spende über rund 150.000,- Euro geleistet hat. Wie kam es zu dieser sicherlich nicht alltäglichen Spende?

Doris G. Lepper: Mein Mann und ich sind häufig per Auto oder Bahn unterwegs auf Geschäftsreisen. Dabei hören wir über das digitale DABplus Radio meistens den Deutschlandfunk. Vor ein paar Wochen hörten wir eine Reportage über Altersarmut. Diese steigt in Deutschland immer mehr – vor allem Frauen sind davon betroffen. Es wurde über eine ältere Dame berichtet, die Sozialhilfe bekommt und sich keine Karten fürs Kino leisten kann. Das hat uns sehr bewegt und gleichzeitig motiviert etwas zu tun.

EAZ: Wie ging es dann weiter?

Doris G. Lepper: Helfen ja, aber wie? Mit der Zusage eines Dauner Unternehmens für eine Geldspende hatten wir uns im Vorstand des Bürgerdienstes e.V. darüber abgestimmt, was wir tun wollen. Der Unternehmer hatte die Spende zweckgebunden für ältere, in Armut lebende Menschen über 65 Jahre im Landkreis Vulkaneifel zugesagt. Laut Statistik sind davon etwa 300 ältere Menschen im Landkreis Vulkaneifel betroffen. All diesen Menschen wollten wir 500,- Euro schenken, damit sie sich einen Herzenswunsch erfüllen können.

EAZ: Wie erreichen sie mit ihrer Geldspende die betroffenen Menschen im Landkreis?

Doris G. Lepper: Die Kreisverwaltung in Daun war uns bei diesem Vorhaben sehr behilflich. Wichtig war uns dabei, dass den älteren Menschen keinerlei finanzielle Nachteile entstehen, also deren Grundsicherung nicht gekürzt wird. Aus Gründen des Datenschutzes hat der Bürgerdienst e.V. den Gesamtbetrag auf ein Konto der Kreisverwaltung überwiesen. Mit einem Anschreiben des Landkreises Vulkaneifel und einem Informationsschreiben über unseren Verein wurden die Menschen vorab informiert. Im Laufe der vergangenen Woche wurde den entsprechenden Personen diese 500,- Euro Geldspende auf ihr Konto durch die Kreisverwaltung überwiesen.

EAZ: Gab es schon Reaktionen aus dem Kreis der Betroffenen?

Doris G. Lepper: Auf das Infoschreiben gab es nur positive Resonanz. Bei den Sozialämtern, den Verbandsgemeinden im Landkreis, in der Abteilung Soziales in der Kreisverwaltung und beim Bürgerdienst e.V. gehen seit dem Versand der Infoschreiben nur Dankesbekundungen ein. Die Menschen können ihr Glück nicht fassen, dass man ihnen 500 Euro zum Geschenk macht und dieses Geschenk ihnen ganz zur freien Verfügung steht und nicht – wie sonst jedes Einkommen – auf die Grundsicherung angerechnet wird. Viele ältere Menschen bedanken sich mit oft tränenunterdrückter Stimme dafür, dass jemand an sie denkt und ihnen einen Herzenzwunsch ermöglicht.

EAZ: Frau Lepper, brauchen wir mehr Menschen mit Empathie?

Doris G. Lepper: Ja, unbedingt! Unsere Gesellschaft muss sich unter anderem auch um die alten Menschen kümmern. Der Respekt für die Lebensleistung ist wichtig. Wie kann ich dem anderen etwas Gutes tun, oder kann ich für ihn da sein? Es gibt so viele Bereiche wo Hilfe gebraucht wird. Dies muss nicht immer nur finanzielle Unterstützung sein. Jeder einzelne ist hier gefragt.

EAZ: Erzählen Sie uns noch ein bisschen über den Bürgerdienst e.V.

Doris G. Lepper: Wir als Bürgerdienst e.V. sehen es als unsere Pflicht an, es nicht beim Reden zu belassen, sondern tatkräftig mit anzupacken. Dort wo die staatlichen Förderungen und Unterstützungen nicht ausreichen bzw. erst gar nicht ankommen, kommen wir ins Spiel. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Vulkaneifel die Hilfestellung bekommen, die sie benötigen. Der Verein will tätige Hilfe bei der Durchführung von geeigneten, sozialen Projekten in dieser Region leisten.

Der Vorstand des Bürgerdienstes e.V. berät regelmäßig über eingereichte Anträge und entscheidet zeitnah, so dass wir im Sinne der Spender gemeinnützige Vorhaben ermöglichen.

Projekte der Jugendarbeit, der Gesundheitspflege, der Alten-, Behinderten- und Pflegearbeit, aber auch Sport sowie Feuerwehr-, Arbeits- und Katastrophenwesen, Naturschutz, können aufgrund unserer Satzung gefördert werden. Wir sind offen, um auf vielen Gebieten unbürokratisch zu helfen.

Ein Beispiel von vielen ist unsere Bereitschaft Studenten ein Stipendium für die Regelstudienzeit zu geben, um evtl. Engpässe bei der Finanzierung des Studiums auszugleichen.

Vielleicht kennen die Leser der Eifelzeitung Projekte die finanzielle Hilfe brauchen? Wenden sie sich vertrauensvoll an uns.

EAZ: Vielen Dank für das angenehme Gespräch und weiterhin viel Erfolg für ihre Vereinsarbeit.       

Quelle: Eifel-Zeitung (www.eifelzeitung.de)